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Wenn man das Glück hat, in Südtirol geboren zu sein, und nach einigen Jahren Wanderschaft in der weiten Welt wieder zurückkommt, ist es schon etwas Besonderes, wenn man noch einiges bewegen und miterleben kann. So ist es mir vergönnt, seit vierzig Jahren im Tourismus meiner Geburtsstadt Meran aktiv zu sein und mit Genugtuung zu sehen, dass sich der Kurort weiterentwickelt und imstande ist, mit neuen Facetten zu begeistern.
Meran und seine Umgebung sind eine Einheit, in der man die Jahreszeiten besonders intensiv erleben kann: Eigentlich ist immer Saison, es verschieben sich nur die Schwerpunkte der Aktivitäten. Und manchmal kommt auch alles zusammen, der Winter und der Sommer, denn eine perfekte Infrastrukur... weiterlesen
Meran und seine Umgebung sind eine Einheit, in der man die Jahreszeiten besonders intensiv erleben kann: Eigentlich ist immer Saison, es verschieben sich nur die Schwerpunkte der Aktivitäten. Und manchmal kommt auch alles zusammen, der Winter und der Sommer, denn eine perfekte Infrastrukur ermöglicht ganz besondere Kombinationen: Wo kann man am Vormittag auf 2000 Metern skifahren und nachmittags auf einem 18-Loch-Kurs den Golfschläger schwingen?
Ein Highlight, auf das ich besonders stolz bin, sind die Meraner Musikwochen. Im Jahr 1986 feierte Meran als Kurstadt seinen 150. Geburtstag. Dafür wurden grosse Feierlichkeiten und viele Veranstaltungen geplant. Und mit dabei sollte auch etwas Bleibendes, etwas Unvergängliches sein. Südtirol ist ein dreisprachiges Land, Schweizer wissen, was das bedeutet: etwas finden, das die Menschen aus allen Landesprachen – bei uns sind es Deutsch, Italienisch und Ladinisch – anspricht. Es gibt nur eine Sprache, die das schafft: die Musik.
So entstanden die Meraner Musikwochen. Wenn es ein Flop wird, sagten wir uns tapfer, dann bleibt es halt einmalig. Aber wenns ein Erfolg wird, machen wir weiter. Mittlerweile hat das internationale Klassikfestival seine 26. Ausgabe erfolgreich beendet. Heinrich Schiff gestaltete einst eine eigene Konzertreihe für das Klassikfestival, 1992 wirkte Sir Neville Marriner in der künstlerischen Leitung mit. Die Academy of St. Martin in the Fields wurde zum Residenzorchester, Charles Dutoit, Carlo Maria Giulini, Sir Neville Marriner, Zubin Mehta, Kurt Masur, Sir Roger Norrington, Mstislav Rostropowitsch sorgten für unvergessliche Aufführungen.
Der lichtdurchflutete Jugendstil-Kursaal, der als einer der schönsten Konzertsäle Europas gilt, der prächtige «Pavillon des Fleurs», das Stadttheater, ebenfalls ein Jugendstiljuwel, der Rittersaal im Schloss Tirol und Schloss Schenna bilden einen grossartigen Rahmen für die Meraner Musikwochen. Die Vorbereitungen für die 27. Ausgabe von Ende August 2012 sind schon in vollem Gang.
Hermann Schnitzer (70) ist in Meran geboren, verheiratet, hat drei erwachsene Kinder, die alle im Tourismus tätig sind. Schnitzer war Hoteldirektor, dann über 30 Jahre lang Reisebürodirektor, ehrenamtlich zehn Jahre lang Präsident der Kurverwaltung Meran. Er gründete die Meraner Musikwochen und ist seit Anbeginn Präsident des berühmten Festivals. Seine Firma SMT Consulting ist ein Familienunternehmen im Bereich des Tourismus. Schnitzers Hobbys sind Reisen, Wandern, Golfen und Skifahren.


