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Was geschieht, wenn alles anders kommt, als man denkt? Dann entstehen die grossen Überraschungen. Wie beispielsweise das Hotel Imperialart in Meran. Wer es erlebt hat, weiss, was für ein Vergnügen Kunst am Bau und im Bau bereiten kann.
Von aussen ist dem aufregenden Innenleben dieses kleinen und feinen Kunsthotels nichts anzumerken. Die Jugendstilfassade aus dem Jahre 1899 ist renoviert und leuchtet im imperialen Glanz vergangener Zeiten. Man steht vor dem Viersternehotel Imperialart mittendrin in Meran, zentraler gehts... weiterlesen
Von aussen ist dem aufregenden Innenleben dieses kleinen und feinen Kunsthotels nichts anzumerken. Die Jugendstilfassade aus dem Jahre 1899 ist renoviert und leuchtet im imperialen Glanz vergangener Zeiten. Man steht vor dem Viersternehotel Imperialart mittendrin in Meran, zentraler gehts nicht.
Gleich gegenüber liegt das Kurhaus, ebenfalls ein Jugendstiljuwel, davor die berühmte Promenade entlang der Passer, und nach wenigen Schritten über die Brücke ist man auch schon bei der Therme Meran (für Gäste des Imperialart ist der Eintritt gratis).
Kaum betritt man das Imperialart, wird sonnenklar, dass hier alles anders ist. Denn dieses Hotel hat alles, was Viersternehotels haben müssen, und zugleich fast nichts von dem, was Viersternehotels so haben. Elegantes Entrée, Lobby für den grossen Auftritt? Von wegen.
Ein schmaler Gang und ganz hinten die Réception, klein wie eine Telefonkabine. Dort sitzt jetzt gerade Directrice Barbara Meraner, die das Haus seit seiner Eröffnung 2010 führt und aus ihrer Begeisterung dafür keinen Hehl macht. Dieses Hotel sei so speziell, dass es eigentlich gar nicht in die gängigen Kategorien passe: «Und es ist ein so aussergewöhnliches Haus, dass man es richtig mit Herz und Seele erleben kann.»
Alfred Strohmer, jüngster Spross einer alteingesessenen Meraner Hoteldynastie, kaufte im Herbst 2009 das ehemalige Café Imperial in Meran, um es zu modernisieren und aus den darüberliegenden Zimmern eine Dépendance für sein nahegelegenes Hotel Europa Splendid zu machen. Als die Arbeiten starteten, erkannten die Bauingenieure, dass man das Haus sehr viel stärker sanieren musste, als anfänglich geplant gewesen war. Und Strohmer entschied, das Gebäude von Grund auf zu erneuern und daraus ein Kunsthotel zu machen.
Künstlerinnen und Künstler sind eigensinnige und unabhängige Wesen, das liegt in der Natur der Sache. Vorschriften mögen sie nicht. Und so erforderte es wohl ein bisschen Mut, drei einheimische Kunstschaffende zu bitten, elf Hotelzimmer ganz nach ihrem Gutdünken zu gestalten. Fast ganz, ein paar Vorgaben waren da: Das Notwendigste an Möbeln, Minibar und Flachbildschirm musste vorhanden sein. Strohmer wagte und gewann die berühmte Künstlerin Elisabeth Hölzl, Bildhauer Ulrich Egger und Designkünstler Marcello Jori für sein Projekt.
Ein oranger «Fussgängerstreifen» führt die Wände entlang durchs ganze Haus und ist so etwas wie der Ariadnefaden als Orientierung für die Gäste. Er endet zuoberst im vierten Stock, wo das zweistöckige Penthouse, das absolute Kronjuwel, über den Dächern thront. Ulrich Egger hat einen lichtdurchfluteten Himmel in Weiss geschaffen.
Die Räume haben hier Namen und ihre eigene Geschichte. So werden sie zu alten Bekannten, die man lieb gewinnt, zu Freunden, die man immer wieder gerne besucht. Die Künstlerin Elisabeth Hölzl hat die zweite Suite des Hotels als Hommage an die alte Therme von Meran kreiert. Mit Kristalllüster, Nostalgie und zarter Ironie.
Ob Penthouse oder Zimmer: Überraschung, Schalk und Wohnlichkeit an allen Ecken und Enden. Der Designer und Künstler Marcello Jori beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Kristallen, die er auf weisser Wand golden leuchten lässt oder als fiktives Sternenbild am tiefblauen Nachthimmel über das Bett gemalt hat. Zwei Tage lang habe er sich dafür eingeschlossen, erinnert sich Barbara Meraner.
Klein und fein, wie es sich für dieses Kunsthaus gehört, präsentiert sich auch das Frühstücksbuffet, das im Parterre in der Café-Bar serviert wird. Das ist höchst vergnüglich und keine Minute langweilig, weil ganz Meran hier Cappuccino trinkt. Und zum Apéro seinen Veneziano. Es heisst, er sei der beste der Stadt.
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Adresse
Kunsthotel Imperialart, Freiheitsstr. 110, I-39012, Meran, 0039 0473 237 172, Auf Google Maps zeigen
Weiterführende Inhalte
- Kunsthotel ImperialArt Meran


