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Weinwallfahrt zum heiligen Berg

Text: Andreas Keller

Die Eisacktaler Kellerei liegt am Fuss des Säbener Felsens, Südtirols heiligem Berg, der die Künstlerstadt Klausen majestätisch überragt. Ein alter Kreuzweg führt an der Burg Branzoll vorbei zum Kloster Säben. Auf ihm gelangt man nicht nur zur Wallfahrtskirche auf dem Gipfel, sondern auch zur Weissweinspitze Südtirols.

«Das ist unsere Akropolis», meint Peter Baumgartner scherzend, als wir von der Kellerei im Tal unten zur Himmelsburg hinaufblicken. «Und von den alten Reben dort oben stammen unsere zwei wohl besten Weine», fügt der neben ihm stehende Josef Brunner hinzu.

Peter Baumgartner ist der... weiterlesen

«Das ist unsere Akropolis», meint Peter Baumgartner scherzend, als wir von der Kellerei im Tal unten zur Himmelsburg hinaufblicken. «Und von den alten Reben dort oben stammen unsere zwei wohl besten Weine», fügt der neben ihm stehende Josef Brunner hinzu.

Peter Baumgartner ist der sechste Obmann der Eisacktaler Kellerei, die letztes Jahr als jüngste Kellereigenossenschaft Südtirols fünfzig Jahre alt wurde und heute rund 130 Mitglieder mit 140 Hektaren Reben zählt. Unterstützt wird er von Vizeobmann Josef Brunner, der sich ausser um die Reben seines eigenen Weinguts oberhalb von Klausen auch um jene des Klosters Säben kümmert. Die beiden Obmänner führen uns durch die Kellerei, die vom heute in Meran lebenden Architekten Markus Scherer komplett umgebaut und im Mai 2011 fertiggestellt wurde.

Markus Scherer war auch veranwortlich für den kürzlich eingeweihten Neubau der Kellerei Nals Margreid, die im letzten Südtirol-Magazin vorgestellt wurde. Anders als dort erbaute er hier keinen spektakulären Weintempel, sondern beschränkte sich auf die behutsame Erweiterung und Umgestaltung der bestehenden Bausubstanz. Seine sorgfältige Handschrift ist trotzdem erkennbar, etwa in der exklusiven Materialwahl und raffinierten Lichtführung.

Da es schon Abend ist, wirken die weitläufigen Räume der Kellerei recht verlassen. Geschäftsführerin Claudia Perbellini und das meiste Personal sind bereits weg. Erst im modernen Degustationsraum stösst Kellermeister Thomas Dorfmann zu uns, der 1991 in die Fussstapfen seines Vaters Franz trat. Dass das Kellermeisteramt «vererbt» wird, ist in Südtirol gar nicht so selten. Und vielleicht ist das sogar gut so. Denn zweifellos ist die Kontinuität der Arbeit grösser, wenn sie in der Familie bleibt. Die Weine des Senior-Kellermeisters können wir heute leider nicht mehr beurteilen, um so mehr gefallen uns jene des Juniors.

Die Degustation, die bis in die Nacht hinein dauert, kommt der virtuellen Besteigung des Säbener Felsens gleich. Denn das vornehmlich weisse Sortiment der Eisacktaler Kellerei ist einer Pyramide ähnlich aufgebaut, mit breiter Basis und schmaler Spitze. Da ist die klassische Linie mit «eleganten, frischen, fruchtigen und mineralischen» Weissweinen sowie «feinen, runden und angenehmen» Rotweinen. Schon etwas höher angesiedelt ist die aristokratische Linie Aristos mit «Selektionsweinen aus ausgesuchten Spitzenlagen». Und ganz an der Spitze figurieren die «Besonderen», die sich noch in die Unterlinien Dominius, Nectaris und Sabiona aufteilen.

Mit Müller-Thurgau, Sylvaner, (Grünem) Veltliner, Ruländer (Pinot Grigio), Sauvignon und Kerner aus der klassischen Linie steigen wir ein. Obwohl wir uns an der Basis der Qualitätspyramide bewegen, ist das allgemeine Niveau schon erstaunlich hoch. Überaus sortentypisch kommen alle Weine daher, klar und lauter wie Bergwasser. Auf die virtuelle Besteigung des Säbener Felsens übertragen, befinden wir uns noch in den lebhaften Gassen der Altstadt von Klausen, die 2002 in den erlauchten Kreis der schönsten Altstädte Italiens aufgenommen wurde.

Touristisch war Klausen immer ein Anziehungspunkt. Vor allem den Künstlern hatte es der Ort angetan. So machte hier schon 1494 der Maler Albrecht Dürer Halt und verewigte das fortan als «Dürerstadt» bezeichnete Städtchen in einem seiner Bilder. Der ganz grosse Künstlerboom setzte Ende des 19. Jahrhunderts ein, als man den in der Umgebung von Klausen gelegenen Vogelweidehof als angebliche Geburtsstätte des grossen Minnesängers Walther von der Vogelweide «entdeckte».

Wir setzen die virtuelle Besteigung des Säbener Felsens fort und degustieren weiter. Die Linie Aristos führt uns auf dem steilen, steinigen Kreuzweg von Klausen zum Kloster Säben bis zur Burg Branzoll hinauf. Hier am einstigen Sitz der Herren von Säben und später auch der Fürstbischöfe von Brixen lassen sich die noblen Weine aus Spitzenlagen standesgemäss verkosten.

Besonders gut schmeckt der Riesling, den es als Nischenprodukt nur als Aristos gibt. Er strahlt in hellem Gelb, duftet dezent nach weissen Blüten, gerösteten Haselnüssen und hat einen vollschlanken Körper mit rassiger Säure und langem, herbem Abgang. «Riesling soll so schmecken», kommentiert Peter Baumgartner unsere Begeisterung. Und dann öffnet er eine Flasche Sylvaner und Kerner Sabiona, «besondere» Weine, die, wie der Name sagt, aus den Spitzenlagen rund um das Kloster Säben stammen. Wenn wir vorhin noch geglaubt haben, den Riesling könne man kaum mehr toppen, sehen wir uns jetzt getäuscht. Die Eisacktaler haben offensichtlich viele Trümpfe.

Der Sylvaner Sabiona ist absolute Spitze, die reine Inkarnation dieser immer wieder unterschätzten Rebsorte. Hoffentlich ist es den hoch oben auf dem heiligen Berg betenden und arbeitenden Benediktinerinnen der Abtei vom Heiligen Kreuz zu Säben auch gelegentlich vergönnt, von diesem herrlichen Nektar zu kosten. Was für Wein die Säbener Schwestern wirklich trinken, erfahren wir leider nicht. Denn zurzeit beten sie gerade die Komplet im oberen Chor der Klosterkirche hinter den trutzigen Ringmauern ihrer Himmelsburg.

Adresse

Eisacktaler Kellerei, Leitach 50, I-39043, Klausen, 0039 0472 847 553, Auf Google Maps zeigen

Entdecken Sie die Spitzenweine der Eisacktaler Kellerei

Als «Südtirol-Magazin»-Leser profitieren Sie von der Möglichkeit, drei Weine der Eisacktaler Kellerei zu Spezialpreisen beim Importeur zu bestellen.

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Müller Thurgau 2010

Südtirol-Alto Adige Eisacktaler DOC.

Helles Gelb; dezente Aromen von weissen üüten, Zitrus; mittelgewichtig, frische Säure, recht langer Abgang; rassiger, fruchtiger Wein

Spezialpreis Fr. 85.80 pro Sechserkarton (statt Fr. 103.20), zuzüglich Versandkosten

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Veltliner Aristos 2010

Südtirol-Alto Adige Eisacktaler DOC

Helles Gelb; Aromen von Äpfeln, exotischen Früchten; vollmundig, schöne Säure, feine Bitterkeit im langen Abgang; rassiger, opulenter Wein

Spezialpreis Fr. 114.60 pro Sechserkarton (statt Fr. 137.40), zuzüglich Versandkosten

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Sylvaner Sabiona 2009

Südtirol-Alto Adige Eisacktaler DOC

Mittleres Gelb; Aromen von reifen Birnen, Nüssen; vollmundig, saftige Säure, leicht bitterer, langer Abgang; grosser, fruchtbetonter Wein

Spezialpreis Fr. 169.20 pro Sechserkarton (statt Fr. 203.40), zuzüglich Versandkosten

Probierangebot

Sechserkarton mit je zwei Flaschen der drei Weine. Spezialpreis Fr. 123.20 (statt 148.00), zuzüglich Versandkosten.

Bestellen bei Georg Vogel Weine, Weinbergstrasse 69, 8006 Zürich, Tel. 044 362 36 50, Fax 044 361 12 29, info@weinvogel.ch, www. weinvogel.ch. Bitte bei Ihrer Bestellung den Vermerk «Südtirol-Magazin» angeben. Angebot nur solange Vorrat bis 31. Mai 2012 für Personen ab 18 Jahren in der Schweiz gültig.

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